„Ich wollte heute eigentlich joggen. Aber das Kind wollte lieber malen. Also hab ich gemalt.“
Kommt dir bekannt vor?
Wir Eltern sind Meister:innen darin, uns selbst zurückzustellen. Und ja – manchmal ist das völlig okay. Wenn das Kind Fieber hat, verschiebt man halt den Yogakurs.
Aber wenn das zur Dauerlösung wird, entsteht ein Ungleichgewicht: Wir funktionieren – statt zu leben. Und das spürt nicht nur unser Körper, sondern auch unser Kind.
💬 Eigene Bedürfnisse als Eltern – die oft vergessene Basis der Bedürfnisorientierung
Viele verstehen unter „bedürfnisorientierter Erziehung“ vor allem: Das Kind verstehen, auf Signale achten, feinfühlig reagieren.
Das stimmt – aber das ist nur die halbe Wahrheit.
Bedürfnisorientierung heißt nämlich auch:
👉 die eigenen Bedürfnisse kennen, benennen und erfüllen.
Denn nur, wenn dein Akku einigermaßen geladen ist, kannst du dich wirklich auf dein Kind einlassen.
Das ist kein Egoismus – das ist Vorbildverhalten.
Wenn du zeigst, dass du gut für dich sorgst, lernt dein Kind:
„Ich darf meine Bedürfnisse ernst nehmen. Und Mama/Papa auch.“
🧭 Warum du ohne Selbstfürsorge nicht echt einfühlsam sein kannst
Stell dir vor, dein Bedürfnis nach Ruhe ist seit Tagen unerfüllt.
Du hetzt vom Frühstück über Wäscheberge in den Abend. Dann kippt beim Abendessen der Saft um.
Zack. Du explodierst.
Nicht, weil das Kind „schuld“ ist – sondern weil dein System längst überlastet war.
Kinder kooperieren von Natur aus, wenn sie in Beziehung sind.
Aber Beziehung braucht Regulation – und die kommt von uns Erwachsenen.
Deshalb ist Selbstfürsorge kein Luxus, sondern Voraussetzung für Bedürfnisorientierung.
Ich war lange genau an diesem Punkt.
Dauernd gereizt, immer kurz vorm Explodieren – und überzeugt davon, dass es einfach nur „anstrengend“ ist, Mutter zu sein.
Ich dachte: Hauptsache, den Kindern geht’s gut. Ich kann ja später mal Pause machen.
Nur: Später kam nie.
Erst, als ich wirklich hingeschaut hab, hab ich verstanden, was los war.
Ich war leer.
Nicht, weil ich meine Kinder nicht liebe – sondern weil ich mich selbst komplett vergessen hatte.
Ich fing klein an: ein kurzer Spaziergang alleine.
Eine halbe Stunde im Bett liegen – ohne was zu leisten.
Ein Abend mit einer Freundin. Oder auch mal bewusst Zeit nur mit einem Kind zu verbringen.
Und plötzlich war da wieder Luft.
Je mehr ich rausfand, was meine eigenen Bedürfnisse sind, desto ruhiger wurde ich.
Und – fast magisch – auch meine Kinder.
Heute weiß ich:
Je besser es mir geht, desto leichter kann ich da sein – echt, präsent und liebevoll.
Nicht perfekt. Aber echt.
🌿 So lernen Kinder Selbstfürsorge – durch dein Vorbild
Eltern, die ihre eigenen Bedürfnisse leben, zeigen ihrem Kind, wie gesunde Selbstfürsorge aussieht.
Das kann so aussehen:
- „Ich habe ein Bedürfnis nach Bewegung. Ich gehe jetzt 30 Minuten joggen, Papa ist für euch da. Danach lesen wir das Buch, das du dir wünschst.“
- „Ich brauche jetzt Ruhe, darum trinke ich meinen Kaffee auf dem Balkon. Danach bin ich wieder ganz da.“
- „Ich will heute nicht kochen, ich bestell uns Pizza – für meine Leichtigkeit.“
Kinder sehen: Bedürfnisse dürfen ausgesprochen, ernst genommen und erfüllt werden – ohne Drama.
Und das ist echte Bedürfnisorientierung im Alltag.
💡 Mach den Schnellcheck: Welche deiner Bedürfnisse kommen zu kurz?
Wenn du beim Lesen denkst: „Ja, das klingt alles schön – aber ich weiß gar nicht, was meine Bedürfnisse eigentlich sind…“,
dann bist du nicht allein.
Viele Eltern haben ihr eigenes Bedürfnisradar jahrelang auf stumm gestellt – zwischen Kita, Arbeit, Haushalt und Erwartungen.
Aber das lässt sich ändern.
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Perfekt, um erste kleine Veränderungen zu starten.

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- warum sie sich mit den Bedürfnissen deiner Kinder verweben,
- und wie du beides im Familienalltag vereinbaren kannst – ohne schlechtes Gewissen.

🧩 5 kleine Dinge, die du heute schon tun kannst
Kleine Schritte bringen dich weiter als perfekte Pläne.
Probier mal eins davon aus:
- Check-in am Morgen: Frag dich beim Zähneputzen: „Was würde mir heute guttun?“
- Benenn es laut: Sag deinem Kind, wenn du ein Bedürfnis hast – das ist Beziehung auf Augenhöhe.
- Plan dir kleine Inseln: 10 Minuten mit Tee & Musik sind besser als gar nichts.
- Beweg dich bewusst: Bewegung ist kein Luxus, sondern Energiequelle.
- Feier dich, wenn du’s schaffst: Elternsein ist Marathon, kein Sprint.
💬 Fazit: Bedürfnisorientiert beginnt bei dir
Wenn du dein Kind achtsam begleiten willst, fang bei dir selbst an.
Denn nur, wer seine eigenen Bedürfnisse als Eltern kennt, kann echte Verbindung schenken.
Das ist keine Theorie, das ist Alltag.
Und manchmal bedeutet’s:
Nicht noch eine Folge „Paw Patrol“, sondern ein Spaziergang.
Nicht immer „alles schaffen“, sondern ehrlich sagen: Ich bin müde.
Kinder brauchen keine perfekten Eltern – sie brauchen echte.
Und echte Eltern haben Bedürfnisse.


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