Warum Regentage mit Kindern so anstrengend sind – und wie du sie wirklich entspannt überstehst

Regentage mit Kindern haben manchmal eine ganz eigene… äh… Stimmung.
Alle hängen drin, alle hängen aufeinander, Sauerstoff ist Mangelware, die Laune kippt schneller als die Kakaotasse und plötzlich hat man das Gefühl: „Wieso schreit eigentlich jeder? Auch ich?“

Ich sag’s dir direkt:
Es liegt nicht an dir. Es liegt auch nicht an deinem Kind. Es liegt am Setting.
Drinnen sein bedeutet: weniger Bewegung, weniger Input, weniger Raum – aber die gleichen Bedürfnisse wie immer. Und die melden sich. Laut.

Darum sortieren wir diesen Regentag jetzt einmal nach Bedürfnissen.
Und du wirst sehen: es ergibt SO viel Sinn.


Bewegung & Körpererfahrung

Daran erkennst du, dass dein Kind gerade Bewegung braucht:

– es ist wuselig, hüpft, rennt, stolpert
– es sucht Grobmotorik (schubsen, klettern, raufen)
– es wird laut oder albern
– es wirkt „überladen“ und provoziert schneller
– es hängt körperlich an dir

Das kannst du deinem Kind jetzt anbieten:

– klare, sichere Bewegungsmöglichkeiten
– kurze, klare Challenges
– Aufgaben, die große Muskeln ansprechen
– kleine Energieschleusen zwischendurch

Wenn Energie staut wie im Stau auf der A1 – nur ohne Snacks.

Indoor-Parcours (Sofa, Kissen, Rollen, Tunnel)
Kinder tragen Energie im Körper – nicht im Kopf. Der Parcours gibt der Energie eine Richtung.

„Ich wette, ich kann öfter hüpfen als du!“
Bindung + Bewegung + Spaß = sofortige Regulierung.

YouTube-Mitmachvideos (Tanzen, Yoga, Hüpfen)
Minuto-Reset für alle.


Sicherheit & Geborgenheit

Daran erkennst du, dass dein Kind mehr Sicherheit braucht:

– es klammert oder folgt dir überall
– es wird schnell weinerlich
– es ruft ständig „Guck mal!“
– Übergänge funktionieren schlechter
– es sucht Nähe und Körperkontakt

Das kannst du deinem Kind jetzt anbieten:

– Nähe, Blickkontakt, kurzzeitige Co-Regulation
– kleine Rituale, die Halt geben
– gemeinsames Tun, das Orientierung schafft
– ruhige, vorhersehbare Abläufe

Gemeinsam eine Geschichte ausdenken
Stärkt Bindung und innere Stabilität.

Fenstermalstifte nur für Regentage
Ein besonderes Ritual = Sicherheit.

Handabdrücke malen
Wenig Reize, viel Nähe.


Entspannung & Regulation

Daran erkennst du, dass dein Kind runterfahren muss:

– es ist überdreht oder albern
– es meckert wegen Kleinigkeiten
– es kann sich nicht entscheiden
– es bricht emotional schnell ab
– es wirkt müde, zündet aber nochmal durch

Das kannst du deinem Kind jetzt anbieten:

– sensorisch ruhige Aktivitäten
– Struktur im Wechsel aktiv/ruhig
– kurze Pausen mit Snack/Trinken
– kleine, überschaubare Aufgaben

Der magische Wechsel: aktiv – ruhig – Snack
Das ist kein Bonus. Das IST Regulation.

Ausmalbilder, Perlenketten, Knete*
Fokussiert, langsam, regulierend.

LED-Badetiere* + Knicklichter im abgedunkelten Bad
Mini-Sinnesentspannung für gestresste Tage.


Forschergeist & Abenteuer

Daran erkennst du, dass dein Kind Input braucht:

– es fragt extrem viel
– es sucht aktiv nach „Neuem“
– es wirkt gelangweilt trotz Spielzeug
– es startet Quatsch aus Abenteuerlust
– es wandert unruhig durch den Raum

Das kannst du deinem Kind jetzt anbieten:

– kleine Experimente
– Aufgaben mit kleinem Risiko/Überraschung
– neue Materialien oder Mini-Challenges
– Fantasieanreize

Kaffee-Kleckse-Monster (etwas Kaffee auf ein Papier tropfen, trocknen und Gesicht, Arme und Beine malen.
Experiment, Überraschung, Kreativität.

Eierkartons werden zu Wikingerschiffen
Abenteuer + Selbermachen.

Indoorschnitzeljagd (Nächster Hinweis in der Schublade, mit den Dingen, mit denen wir essen, unter deinem Kissen, im Lieblingsspiel usw.)
Orientierung, Spannung, kleines Erfolgserlebnis.


Freies Spiel & eigene Ideen

Daran erkennst du, dass dein Kind eigene Ideen braucht:

– es blockiert geführte Angebote
– es spielt kurz – bricht ab – sucht
– es ist genervt bei zu viel Vorgabe
– es übernimmt die Spielregie
– es bringt dir Dinge zum „Selbermachen“

Das kannst du deinem Kind jetzt anbieten:

– Materialien statt Anleitungen
– Raum für eigene Entscheidungen
– kreative Inseln
– ungestörtes Spielen

Rollenspiele mit „Müll-Schätzen“
Du gibst den Rahmen – dein Kind füllt ihn.

Regentags-Kiste
Kreatives Buffet für freie Ideen.


Selbstständigkeit & Alltag entdecken

Daran erkennst du, dass dein Kind Beteiligung braucht:

– es will überall helfen
– es wird wütend, wenn du Dinge übernimmst
– es fragt ständig „Was machst du?“
– es folgt dir wie ein Schatten
– es sucht Aufgaben, die wichtig klingen

Das kannst du deinem Kind jetzt anbieten:

– einfache, echte Alltagsaufgaben
– kleine Verantwortlichkeiten
– Mitmach-Momente
– Dinge, die „wie bei den Großen“ sind

Smoothies selbst mixen
Snack + Kompetenz = brillantes Duo.

Beim Kochen helfen
Rühren, sortieren, kneten – pure Selbstwirksamkeit.

Spielzeug sortieren – als Challenge
Struktur + Erfolgserlebnis = Frieden.


Warum regnet’s inside eigentlich sofort Stimmung?

Weil Kinder drinnen nicht weniger Bedürfnisse haben – nur weniger Möglichkeiten.
Bewegung, Verbindung, Sicherheit, Abenteuer, Selbstständigkeit – alles sitzt wie eingepfercht auf 70 qm.

Wenn du erkennst, welches Verhalten welches Bedürfnis zeigt, verliert der Regentag sofort seine Schwere.
Du reagierst nicht mehr auf das Verhalten – du verstehst die Botschaft dahinter.

Der Regentag wird nicht perfekt. Ganz ehrlich: welcher ist das?
Aber er wird viel leichter.

Wenn du dein Kind schneller verstehen willst, ohne Pädagogik-Overload:
In meinem E-Book für 0€ „Die 20 häufigsten Kindersignale“ zeige ich dir, was hinter den typischen Verhaltensmomenten steckt – klar, liebevoll und alltagstauglich.
Du wirst dein Kind mit ganz neuen Augen sehen.

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